Chemikalien sind Stoffe mit definierter Zusammensetzung, die in der Chemie relevant sind. Es kann sich dabei um Reinstoffe oder um Stoffgemische handeln. Ob etwas als Chemikalie bezeichnet wird, hängt jedoch stark vom Kontext ab.
Der Begriff Chemikalie ist sehr unscharf, keineswegs genau definiert und kann daher je nach Zusammenhang unterschiedliche Bedeutung haben (Synonym: Reagenz):
Im engeren Sinne gelten nur Stoffe als Chemikalien, die auch im Chemielabor oder in der chemischen Industrie hergestellt oder eingesetzt werden.
Beim Handel mit Chemikalien wird zwischen Feinchemikalien (hoher Reinheitsgrad) und technischen Chemikalien (niedrigerer Reinheitsgrad) unterschieden. Verbreitet ist auch die Bezeichnung Schwerchemikalien für anorganische Grundstoffe, die in großen Mengen hergestellt werden (z. B. Natronlauge und Schwefelsäure).
Zurzeit werden rund 80.000 Chemikalien industriell hergestellt. Insgesamt jedoch sind über 70 Millionen chemischen Verbindungen bekannt und beim Chemical Abstracts Service registriert (Stand Dezember 2012).[1] Jedes Jahr werden weltweit über 400.000 neue Substanzen hergestellt (Synthese), untersucht (Analyse), in der Fachliteratur beschrieben und in bestehende Stoffgruppen der Chemie eingeordnet.
Ein Teil dieser Menge, von bisher auf der Erde noch nicht vorgekommener Verbindungen (besonders die sehr giftigen Petrochemikalien), ist für Gesundheits- und Umweltrisiken verantwortlich, wenn sie nicht restlos aus Abfällen, und Abwässern entfernt werden. Das ist gerade in Ländern mit weniger strengen Umweltgesetzen und -richtlinien immer wieder der Fall. Ein Indiz dafür sind steigende Raten von umweltbedingten Erkrankungen, wie Allergien und Unverträglichkeiten bis hin zu Krebs.
Informationen über die Stoffeigenschaften einzelner Chemikalien können den Katalogen der Chemikalien-Hersteller oder den großen Nachschlagewerken wie Beilstein, Gmelin, Hager, Handbook, Kirk-Othmer, Landolt-Börnstein, Mellor, Merck Index, Nouveau Traités, Rodd, Ullmann und anderen entnommen werden.