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Der n-Oktanol-Wasser-Verteilungskoeffizient Kow (auch Schreibweisen wie Octanol/Wasser-Verteilungskoeffizient gebräuchlich und korrekt) ist ein dimensionsloser Verteilungskoeffizient, der das Verhältnis der Konzentrationen einer Chemikalie in einem Zweiphasensystem aus 1-Octanol und Wasser angibt.[1] Liegt allerdings eine Chemikalie im Oktanol-Wasser-System in mehreren Spezies vor, so wird jeder Spezies ein eigener Kow-Wert zugewiesen.
Vor allem in der englischsprachigen Literatur wird der Kow-Wert auch als P-Wert bezeichnet.
Eng verwandt mit dem Kow-Wert ist der D-Wert, der unter Verzicht auf die Unterscheidung nach verschiedenen Spezies stets nur das Konzentrationsverhältnis der Chemikalie angibt.
Konzentration der Spezies i einer Chemikalie in der Oktanol-reichen Phase
Konzentration der Spezies i einer Chemikalie in der wasserreichen Phase
Der Kow-Wert ist ein Modellmaß für das Verhältnis zwischen Lipophilie (Fettlöslichkeit) und Hydrophilie (Wasserlöslichkeit) einer Substanz. Die Erwartung ist, mit Hilfe des Verteilungskoeffizienten eines Stoffes im System Oktanol-Wasser auch die Verteilungskoeffizienten dieses Stoffes in anderen Systemen mit einer wässrigen Phase abschätzen zu können. Kow ist größer als eins, wenn eine Substanz besser in fettähnlichen Lösungsmitteln wie n-Oktanol löslich ist, kleiner als eins wenn sie besser in Wasser löslich ist. Entsprechend ist Log P positiv für lipophile und negativ für hydrophile Substanzen.
So werden Kow-Werte unter anderem zur Beurteilung des Umweltverhaltens von langlebigen organischen Schadstoffen herangezogen. Chemikalien mit hohen Koeffizienten beispielsweise neigen eher dazu, sich im Fettgewebe von Organismen anzureichern (Depot-Effekt). Eng damit verknüpft ist der sogenannte Biokonzentrationsfaktor BCF. Er ist das Verhältnis der Konzentrationen eines Stoffes in Biota (Biomasse) und in Wasser. BCF und Kow können in erster Näherung gleichgesetzt werden.
Darüber hinaus spielt der Parameter eine wichtige Rolle in der Pharmakologie und in der Toxikologie. Ernst Overton und Hans Meyer entdeckten unabhängig voneinander bereits um 1900, dass Narkosemittel eine um so höhere Wirksamkeit zeigten, je größer ihr Log P-Wert war (Meyer-Overton-Regel).[2] Des weiteren sind Kow-Werte sehr gut geeignet um abzuschätzen, wie sich innerhalb einer Zelle eine Substanz zwischen den lipophilen Biomembranen und dem wässrigen Zytosol verteilt.
Da nicht für alle Chemikalien der KOW gemessen werden kann, gibt es verschiedenste Modelle für die Vorhersage, z.B. durch Quantitative Struktur-Aktivitäts-Beziehungen (QSAR) oder durch Linear Free Energy Relationships (LFER).[3][4]
Auch vom UNIFAC-Modell existiert eine Variante[5] zur Abschätzung des Octanol-Wasser-Verteilungskoeffizienten.
Die aufgeführten Werte[6] sind sortiert nach der Größe des Verteilungskoeffizienten. Acetamid ist hydrophil, 2,2',4,4',5-Pentachlorobiphenyl lipophil.
| Stoff | log KOW | T | Literatur |
|---|---|---|---|
| Acetamid | −1,155 | 25 °C | [7] |
| Methanol | −0,824 | 19 °C | [8] |
| Ameisensäure | −0,413 | 25 °C | [9] |
| Diethylether | 0,833 | 20 °C | [8] |
| p-Dichlorbenzol | 3,370 | 25 °C | [10] |
| Hexamethylbenzol | 4,610 | 25 °C | [10] |
| 2,2',4,4',5-Pentachlorbiphenyl | 6,410 | Umgebung | [11] |