chemieschule.de Lexikon
 
 
 

Fermium

Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Fermium, Fm, 100
Serie Actinoide
Gruppe, Periode, Block Ac, 7, f
Aussehen
CAS-Nummer 7440-72-4
Massenanteil an der Erdhülle 0 %
Atomar
Atommasse 257,0951 u
Atomradius (berechnet) () pm
Elektronenkonfiguration (Rn) 5f127s2
Elektronen pro Energieniveau
1. Ionisierungsenergie 627 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand
Dichte
Schmelzpunkt 1800 K (1527 °C)
Siedepunkt K ( °C)
Chemisch
Oxidationszustände 2,3
Oxide (Basizität)
Normalpotential
Elektronegativität 1,3 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP
251Fm

{syn.}

5,30 h ε 1,474 251Es
α 7,425 247Cf
252Fm

{syn.}

25,39 h α 7,153 248Cf
SF
253Fm

{syn.}

3,00 d ε 0,333 253Es
α 7,197 249Cf
254Fm

{syn.}

3,240 h α 7,037 250Cf
SF
255Fm

{syn.}

20,07 h α 7,451 251Cf
256Fm

{syn.}

157,6 min SF
α 7,027 252Cf
257Fm

{syn.}

100,5 d α 6,864 253Cf
SF
258Fm

{syn.}

370 μs SF
259Fm

{syn.}

1,5 s SF
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Keine Einstufung verfügbar

R- und S-Sätze R: siehe oben
S: siehe oben
weitere Sicherheitshinweise
Radioaktivität
Radioaktives Element

Radioaktives Element
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Fermium (Symbol Fm) ist ein chemisches Element des Periodensystems der Elemente mit der Ordnungszahl 100. Das Element gehört zur Gruppe der Actinoide (7. Periode, f-Block). Es wurde nach Enrico Fermi benannt.

Namensgeber Enrico Fermi in den 1940ern
Fermium wurde nach der Explosion von Ivy Mike entdeckt.

Geschichte

Fermium wurde zusammen mit Einsteinium im Jahr 1952 von den amerikanischen Forschern Greg R. Choppin, Stanley G. Thompson, Albert Ghiorso und B. G. Harvey entdeckt. Es wurde nicht gezielt im Labor hergestellt, sondern nach dem Test der ersten amerikanischen Wasserstoffbombe, Ivy Mike, am 1. November 1952 auf dem Eniwetok-Atoll entdeckt.[2] Fermium findet bzw. fand sich (wegen der kurzen Halbwertszeit) auch in den Korallenriffen des Atolls. Aus Gründen der militärischen Geheimhaltung wurden die Ergebnisse erst drei Jahre später (1955) publiziert.[3][4][5]

Die Bildung gelingt durch fortgesetzten Neutroneneinfang. Im Moment der Detonation ist die Neutronenflussdichte so hoch, dass der Atomkern zwischen den Neutroneneinfängen keine Zeit für den Betazerfall hat. Die Massenzahl steigt also stark an, ohne dass die Ordnungszahl steigt. Erst anschließend zerfallen die entstandenen instabilen Nuklide über viele β--Zerfälle zu mehr oder weniger stabilen Nukliden mit hoher Ordnungszahl:

\mathrm{^{239}_{\ 94}Pu \ \xrightarrow [-6\ \beta^-]{+\ 16,\ 17,\ 18\ (n,\gamma)} \ ^{255,\ 256,\ 257}_{\ \ \ \ \ \ \ \ \ \ 100}Fm}

Im ausgehenden Jahr 1953 sowie zu Anfang des Jahres 1954 beschoss eine Arbeitsgruppe des Nobel Instituts für Physik in Stockholm 238U mit 16O; es bildete sich 250Fm:[6]

\mathrm{^{238}_{\ 92}U \ + \ ^{16}_{\ 8}O \ \longrightarrow \ ^{250}_{100}Fm \ + \ 4 \ ^{1}_{0}n}

Die zweifelsfreie Identifikation konnte anhand der charakteristischen Energie des beim Zerfall ausgesandten α-Teilchens erlangt werden.

\mathrm{^{250}_{100}Fm \ \longrightarrow \ ^{246}_{\ 98}Cf \ + \ ^{4}_{2}He}

Fermiumbarriere

Hauptartikel: Fermiumbarriere

Fermium ist das schwerste chemische Element, das durch Neutroneneinfang aufgebaut werden kann. Der Versuch, weitere Neutronen zu einem Fermium-Kern hinzuzufügen, führt zu einer Kernspaltung.

Der Zerfall von Fermium-257 bis zur Neptunium-Reihe.


Isotope

Von Fermium sind 18 Isotope und 3 Kernisomere bekannt. Die mit Abstand längste Halbwertszeit hat das Isotop 257Fm mit 100,5 Tagen.

Siehe auch: Liste der Fermiumisotope

Verbindungen

Folgende Verbindungen von Fermium sind bekannt:[7]

  • Fermium(II)-chlorid (FmCl2)

Einzelnachweise

  1. In Bezug auf ihre Gefährlichkeit wurde die Substanz von der EU noch nicht eingestuft, eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  2. Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, de Gruyter, Berlin 2007, S. 1953. ISBN 978-3-11-017770-1.
  3. Ghiorso, A., Thompson, S. G.; Higgins, G. H.; Seaborg, G. T.; Studier, M. H.; Fields, P. R.; Fried, S. M.; Diamond, H.; Mech, J. F.; Pyle, G. L.; Huizenga, J. R.; Hirsch, A.; Manning, W. M.; Browne, C. I.; Smith, H. L.; Spence, R. W.: New Elements Einsteinium and Fermium, Atomic Numbers 99 and 100. In: Physical Review. 99, 1955. doi:10.1103/PhysRev.99.1048
  4. New Elements Einsteinium and Fermium, Atomic Numbers 99 and 100; Abstrakt.
  5. New Elements Einsteinium and Fermium, Atomic Numbers 99 and 100; Maschinoskript (23. Juli 1954).
  6. Atterling, Hugo, Forsling, Wilhelm; Holm, Lennart W.; Melander, Lars; Åström, Björn: Element 100 Produced by Means of Cyclotron-Accelerated Oxygen Ions. In: Physical Review. 95, 1954. doi:10.1103/PhysRev.95.585.2
  7. WebElements; aufgerufen am 2. Mai 2008.

Weblinks

Commons
 Commons: Fermium – Bilder, Videos und Audiodateien
Wiktionary
 Wiktionary: Fermium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik ()
Jetzt kostenlos eintragen und entdeckt werden! Sofort suchen, sofort finden - und direkt buchen!
User online 8   gestern 221   heute 167
Siteinfo
Der Text dieser Seite basiert auf dem Artikel Fermium aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Artikel kann hier bearbeitet werden. Diese Seite wurde zuletzt am 31. Januar 2009 um 03:10 Uhr geändert. Diese Seite wurde bisher 80-mal abgerufen.