Ein ausgeglühtes Magnesiastäbchen wird in gepulvertes Kochsalz getaucht und in die nichtleuchtende Flamme geführt.
In eine Kochsalzlösung taucht man zwei Kohlestifte und verbindet sie mit den Polen einer Gleichstromquelle (ca. 10 V). Geruchsprobe!
Versetze Kaliumchloridlösung, Magnesiumchloridlösung und Kochsalzlösung in je einem Rg mit Silbernitratlösung.Wir wollen jetzt Vorproben anwenden, um die Zusammensetzung des Kochsalzes zu ergründen. Auf die chemische Erklärung, was dabei geschieht, brauchen wir noch nicht einzugehen. In Versuch
wird eine solche Vorprobe durchgeführt.
Das Kochsalz am Magnesiastäbchen färbt die Gasflamme intensiv gelb. Diese Flammprobe ist für Chemiker/innen ein wichtiger Hinweis, dass man es mit dem Element Natrium oder einer Natriumverbindung zu tun hat. Durch die Einwirkung des elektrischen Stroms wird aus einer wässrigen Kochsalzlösung Chlor frei, wie eindeutig am Geruch zu erkennen ist. Daraus können wir den Schluß ziehen, dass Kochsalz eine Verbindung ist. Nach unseren Analysenergebnissen sind Natrium und Chlor an ihrem Aufbau beteiligt. Wir kennen bereits von Versuch
, Kapitel 30, eine Verbindung beider Elemente, das Natriumchlorid, NaCl. Tatsächlich stimmen die Kristalle dieser Verbindung mit Kochsalzkristallen überein. Damit steht fest: Kochsalz ist Natriumchlorid. Natürlich vorkommendes Salz kann freilich noch Verunreinigungen aufweisen.
Silberionen geben mit Chloridionen weißes, fast unlösliches Silberchlorid.
| Ag+(aq) | + | Cl– | ![]() |
AgCl ↓ | + | (aq) |
Kochsalz besteht fast ausschließlich aus Natriumchlorid.Diese Reaktion wird zum Nachweis von Chloridionen verwendet. In Versuch
wurden die Cl– in der Kochsalzlösung damit nachgewiesen.
Natriumnachweis: gelbe Flammenfärbung.
Chloridnachweis: Fällung mit Silbernitrat als weißes Silberchlorid.Salzlagerstätten sind die chemischen Abscheidungen aus dem Meerwasser in abgeschnürten Buchten. Der mittlere Salzgehalt des Meeres beträgt 3,5 %. 1l Meerwasser enthält demnach 35 g Salz. Davon entfallen 27 g auf Kochsalz, 3,8 g auf Magnesiumchlorid, 1,6 g auf Magnesiumsulfat, 0,86 g auf Kaliumsulfat, der Rest auf andere Salze wie Kalk und Gips. Die durch eine Barre abgetrennten Buchten erhalten nur durch Springfluten Nachschub vom offenen Meer, in der übrigen Zeit überwiegt die Verdunstung. Die Abscheidung erfolgt in der Reihenfolge der Löslichkeit. Zuerst setzen sich der schwerlösliche Kalk und Gips, dann Steinsalz und zuletzt die leichtlöslichen Kalium- und Magnesiumsalze ab. So kommt es zu einer Trennung der im Meerwasser vorkommenden Salze.
Salzlagerstätten entstanden aus Ablagerungen füherer Ozeane
Der Abbau der Steinsalz- und Kalisalzlager erfolgt meist bergmännisch. Es werden oft bis zu 100 Meter lange, 10-25 Meter breite und 15-20 Meter hohe Kammern ausgebrochen. Im Gegensatz zum Steinkohlenbergbau sind dabei nicht einmal Stützgerüste notwendig. Bei stärker verunreinigten Salzlagern wird Süßwasser in das Steinsalz geleitet und die entstehende Lösung, die Sole, hochgepumpt. Diese wird in der Saline zu »Siedesalz« eingedampft. Die Sole des Berchtesgadener Bergwerkes wird über eine Soleleitung in die Saline von Bad Reichenhall befördert, früher sogar bis nach Rosenheim. An Meeresküsten kann Steinsalz direkt aus dem Meer gewonnen werden. Dazu leitet man das Meerwasser in flache Becken, »Salzgärten« genannt, wo das Wasser verdunstet und das Salz sich abscheidet.
Bedeutung: Salzbedarf der Lebewesen, Konservierungsmittel, Rohstoff der chemischen Industrie.
Der menschliche Körper enthält etwa 5 l Blut, in dem ungefähr 50 g Kochsalz gelöst sind. Dieser Salzgehalt wird vom Körper genau einreguliert. Kochsalzmangel stört fast alle wichtigen Lebensvorgänge. Der Mensch nimmt jährlich fast 10% seines Körpergewichts an Natriumchlorid auf. Bei überwiegend pflanzlicher Ernährung ist der Kochsalzbedarf besonders hoch. Pflanzenfressende Tiere haben manchmal einen regelrechten Salzhunger. Obwohl Kochsalz lebenswichtig ist, führt der übermäßige Genuß von Salz zu schweren Gesundheitsschäden.
Durch »Einsalzen« können Fisch und Fleisch haltbar gemacht werden, eine Methode der Konservierung, die für die Menschheit früherer Jahrhunderte lebenswichtig war. Salz war damals ein kostbarer Stoff (»weißes Gold«), der einen schwunghaften Handel auslöste. Städte an Salzstraßen erlangten besondere Bedeutung (Ortsnamen!).
Der größte Salzverbraucher ist heute die chemische Industrie. 90% des geförderten Salzes fließt in die Fabriken. Die Gewinnung von Chlor, Natronlauge, Soda und vieler anderer Grundstoffe der chemischen Industrie beruht auf der Verarbeitung von Kochsalz.