In ein Reagenzglas wird gepulvertes Kaliumnitrat etwa 2 cm hoch gebracht und nach Abb. 32.1 die Elektrische Leitfähigkeit der Verbindung geprüft.
Das Kaliumnitrat wird geschmolzen und wieder die Leitfäigkeit durch kurzes Eintauchen der freien Drahtenden des Prüfstabes in die Schmelze geprüft.
In ein Reagenzglas wird etwa 2 cm hoch Naphthalin gegeben und geschmolzen. Dann wird wie im vorigen Versuch die Leitfähigkeit geprüft.Der elektrische Strom kann als Fließen (»Strömen«) von freibeweglichen Ladungsträgern gedeutet werden.
Werden die freien Enden eines Leitfähigkeitsprüfers in festes Kaliumnitrat (ein Salz) gebracht, so ist keine Leitfähigkeit zu beobachten. In der Schmelze von Kaliumnitrat (Ionenverbindung) tritt Leitfähigkeit ein, während in der Schmelze von Naphthalin (Molekülverbindung) die Leitfähigkeit ausbleibt. Naphthalin ist ein fester Stoff, der aus Molekülen der Zusammensetzung C10H8 aufgebaut ist.
Beim Schmelzen der Ionenverbindung wird der Zusammenhalt der im festen Zustand an die Gitterplätze gebundenen Ionen gelockert; sie werden frei und können sich in der Schmelze bewegen, Salze haben einen hohen Schmelzpunkt, weil zuerst die Gitterenergie überwunden werden muß, bevor die Ionen sich frei bewegen können (flüssiger Zustand). Im festen Naphthalin ist der Zusammenhalt der Moleküle relativ gering, so dass es leicht zu schmelzen ist. In der Naphthalinschmelze bewegen sich Moleküle, die aber keine Ladungsträger sind.
Der Stromtransport in der Schmelze muß auf die beweglichen Ionen zu- rückgeführt werden. Diese tragen auch im Gegensatz zu den ungeladenen Molekülen des Naphthalins positive oder negative elektrische Ladung.

Destilliertes Wasser wird nach Abb. 3.6, Kap. 3, auf seine Elektrische Leitfähigkeit geprüft. Nun wird Natriumchlorid dazugegeben und die Änderung der elektrischen Leitfähigkeit verfolgt.
Mit der gleichen Versuchsanordnung wie im vorigen Versuch wird die elektrische Leitfähigkeit von Zuckerwasser geprüft.
Schmelzen eines Salzes: Gitterenergie muß überwunden werden; deshalb hoher Schmelzpunkt der Salze.Unser Versuch
zeigt, dass auch eine Salzlösung den Strom leitet. Beim Auflösen eines Ionenkristalls werden die im Gitter gebundenen Ionen frei und können sich im Lösungsmittel als Ladungsträger bewegen. Deshalb leitet eine Salzlösung den elektrischen Strom. In einer Zuckerlösung befinden sich ungeladene Zuckermoleküle im Wasser. Diese können den Strom nicht leiten (keine Ladungsträger!).
Wir halten fest: Salze besitzen meist hohe Schmelz- und Siedepunkte; ihre Schmelzen leiten den Strom. Verbindungen mit Atombindungen haben meist niedrige Schmelz- und Siedepunkte; sie gehören zu den Nichtleitern. Mit Hilfe von Leitfähigkeitsmessungen können Ionen in Schmelzen und Lösungen nachgewiesen werden.