Ein Stück Kupfer wird in der Flamme geglüht. Was ist nach dem Abkühlen zu beobachten? Formulierung.
Vorsichtsmaßnahmen genau beachten! Schutzscheibe! In einem schwer schmelzbaren Glasrohr wird ein 4 cm langer Streifen Kupferoxid etwa 1/2 cm hoch aufgereiht. Eine Öffnung wird mit der Zuleitung für Wasserstoff, die andere mit einem zur Spitze ausgezogenen Röhrchen verschlossen. Das Rohr wird zur Ausströmöffung hin etwas geneigt und in ein Stativ gespannt. Dann wird ein mäßiger Wasserstoffstrom eingeleitet und nach zweimaligem neg. Ausfall der Knallgasprobe entzündet. Die Flamme wird auf eine Höhe von 2 - 3 cm einreguliert. Nun wird das Kupferoxid im Verbrennungsrohr erhitzt. Sobald es aufglüht, nimmt man den Gasbrenner weg.Wird Wasserstoff über schwarzes Kupferoxid (CuO) geleitet, so wird das schwarze Pulver unter Aufglühen in rotes Kupferpulver umgewandelt; an den kühleren Teilen des Verbrennungsrohres werden Wassertröpfchen sichtbar. Das sind Hinweise für den Ablauf einer chemischen Reaktion: Energieumsatz (Aufglühen, also exotherme Reaktion) und Bildung neuer Stoffe mit neuen Eigenschaften. Zum Start der Reaktion mußte zu Beginn des Versuches erhitzt werden.
Setzen wir die bei der Reaktion beteiligten Ausgangsstoffe und die beobachteten Reaktionsprodukte ein, erhalten wir die folgende Gleichung:
| Kupferoxid + Wasserstoff | ![]() |
Kupfer + Wasser + Energie |
| (schwarz) | (rotbraun) | |
| CuO + H2 | ![]() |
Cu + H2O + 130,7 kJ |
In Versuch
lernen wir wieder einen wichtigen Reaktionstyp der Chemie kennen. Dem Kupferoxid wird Sauerstoff entzogen, man sagt: es wird reduziert. Der Sauerstoff wird vom Wasserstoff gebunden, d. h. Wasserstoff wird oxidiert. Es ist ein allgemeines chemisches Gesetz, dass Oxidationsvorgänge immer mit Reduktionsvorgängen zu sog. Redoxvorgängen gekoppelt sind.
Aufnahme von Sauerstoff ist eine Oxidation.
Oxidationsmittel können Sauerstoff abgeben.
Redoxreaktion: eine Oxidation ist immer mit einer Reduktion gekoppelt.| Reduktion: | CuO | ![]() |
Cu + ‹O› |
| Oxidation: | H2 + ‹O› | ![]() |
H2O |
| Redoxreaktion: | CuO + H2 | ![]() |
Cu + H2O |
Die Klammer bedeutet, dass sich der Sauerstoff sofort nach der Abspaltung aus dem Oxid mit Wasserstoff verbindet. Die Zerlegung einer Redoxreaktion in zwei Teilgleichungen erleichtert das Austellen einer Redoxgleichung. Dazu müssen nur die Teilgleichungen addiert werden.
| Reduktion: | Fe2O3 | ![]() |
2 Fe + 3 ‹O› | |
| Oxidation: | H2 + ‹O› | ![]() |
H2O | | ⋅ 3 |
| Redoxreaktion: | Fe2O3 + 3 H2 | ![]() |
2 Fe + 3 H2O | |

3 g Blei(II)-oxid mit 0,1 g Holzkohlepulver vermischen; im schwer schmelzbaren Reagenzglas zuerst schwach, dann zum Glühen erhitzen. Die glühende Masse wird in ein Becherglas mit Wasser geschüttet.
Stelle die folgenden Redoxgleichungen vollständig auf, indem zuerst die Teilgleichungen formuliert werden:
Aufstellen einer Redoxgleichung: Zahl der abgegebenen Sauerstoffatome muß Zahl der aufgenommenen Sauerstoffatome entsprechen.Neben dem Wasserstoff können auch andere Elemente oder Verbindungen als Reduktionsmittel auftreten. Ebenso verhält es sich mit den Oxidationsmitteln. Als Beispiel für eine weitere Redoxreaktion wollen wir zunächst Versuch
formulieren.
| Reduktion: | PbO | ![]() |
Pb + ‹O› | | ⋅ 2 |
| Oxidation: | C + O2 | ![]() |
CO2 | |
| Redoxreaktion: | 2 PbO + C | ![]() |
2 Pb + CO2 | |
Bei der Gewinnung von Roheisen im Hochofen spielen Redoxvorgänge eine bedeutende Rolle. Der wichtigste Vorgang ist die Reduktion des Eisenoxids (Fe2O3) mit Kohlenmonoxid (CO)
| Reduktion: | Fe2O3 | ![]() |
2 Fe + 3 ‹O› | |
| Oxidation: | CO + ‹O› | ![]() |
CO2 | | ⋅ 3 |
| Redoxreaktion: | Fe2O3 + 3 CO | ![]() |
2 Fe + 3 CO2 | |
Grundsätzlich kommt es bei den Redoxvorgängen, an denen Sauerstoff beteiligt ist, darauf an, die Summe der Abgegebenen und Aufgenommenen Sauerstoffatome durch entsprechende Multiplikation der Gleichungen auszugleichen.