Wie feuergefährlich ein Feststoff ist, hängt in erster Linie von der Temperatur ab, bei der er sich entzündet (Entzündungstemperatur). Beispielsweise entzündet sich Weißer Phosphor bei einer Temperatur von 50°C. An Luft kann Weißer Phoshor diese Temperatur sehr schnell erreichen, da er sich in einer stark exothermen, chemischen Reaktion mit Sauerstoff verbindet. Weißer Phosphor ist also ein »selbstentzündlicher Stoff« und muß unbedingt unter Wasser gelagert werden.
Vermische auf einem Filterpapier 3 g Zinkpulver, 4 g Ammoniumnitrat und eine kleine Menge Ammoniumchlorid. Häufe nun die Mischung auf einer feuerfesten Unterlage zu einem Kegel auf und gib einen Tropfen Wasser dazu (Pipette). Sobald die Mischung durchfeuchtet ist, entzündet sie sich selbst. Die Reaktion kann mit Verzögerung ablaufen. Mit Schutzbrille arbeiten !Auch einige Metalle können sich in feiner Pulverform selbst entzünden. Beispielsweise verbindet sich elementares Eisen in feiner Verteilung an der Luft wieder zum »Oxid«, dabei tritt eine Feuererscheinung auf, weshalb man es als »pyrophores Eisen« bezeichnet.
Manche Metalle entzünden sich beim Kontakt mit Wasser (Versuch
) oder wenn sie mit Chemikalien in Berührung kommen, die Sauerstoff abgeben. Natrium oder Kalium müssen deshalb unter sauerstofffreien Flüssigkeiten gelagert werden.
Brennbare Flüssigkeiten werden grundsätzlich als feuergefährliche, entzündliche Stoffe eingestuft. Die Feuergefährlichkeit einer Flüssigkeit wird aber zusätzlich im Gemisch mit Luft von ihrem Flammpunkt bestimmt. Vereinfacht ausgedrückt ist der Flammpunkt eines Stoffes die niedrigste Temperatur, bei der sich über einem Stoff genug brennbare Gase bilden, damit eine Oxidation (Verbrennung) stattfinden kann. Die Feuergefährlichkeit von brennbaren Flüssigkeiten wird je nach Höhe des Flammpunktes in verschiedene Gefahrstoffklassen eingeteilt. Tabelle 11 zeigt, dass der Flammpunkt etlicher Treibstoffe und Lösungsmittel sehr niedrig liegt, weshalb sie nie bei offener Flamme umgefüllt werden dürfen.
| Benzol | - 11 |
| Leichtbenzin | - 20 |
| Gasöl | 50 - 100 |
| Ethanol | + 8 |
| Diethylether | - 40 |
| Aceton | -19 |
In einem bestimmten Mischungsverhältnis mit Luft sind alle Dämpfe von brennbaren Flüssigkeiten explosiv (Versuch
). Dieser Explosionsbereich kann sehr ausgedehnt sein (Tabelle 12). Auch brennbare Gase können mit Luft innerhalb eines bestimmten Explosionsbereichs explosive Gemische bilden (Abb. 13.2). Mit der Knallgasprobe kann man überprüfen, ob sich ein Gas nicht mehr innerhalb des Exposionsbereichs befindet.
Damit feuergefährliche Stoffe unterhalb ihrer Entzündungstemperatur bleiben, müssen sie kühl aufbewahrt werden. Unter Luftabschluß müssen Stoffe gelagert werden, die sich ohne Wärmezuführ so schnell mit dem Sauerstoff der Luft verbinden, dass sie sich selbst entzünden.
| Gase | Bereich |
|---|---|
| Methan | 5 - 15 |
| Ethen | 2,7 - 34 |
| Ethin | 3,5 - 82 |
| Wasserstoff | 4 - 75 |
| Kohlenmonoxid | 12,5 - 75 |
| Dämpfe | Bereich |
|---|---|
| Ethanol | 4 - 57 |
| Äther | 1,2 - 51 |
| Benzin | 0,6 - 11 |
| Benzol | 1,5 - 11,5 |
| Petroleum | 1,4 - 7,9 |
Mit Gas aus der Gasleitung wird die Knallgasprobe mit verschiedenen Mischungsverhältnissen (verschieden langes Einleiten des Gases) vorgeführt. Schutzscheibe
5 Tropfen Methanol werden nach Bild 2 in die beiderseits offene Hülse gegeben und durch oftmaliges Wenden und Kippen gleichmäßig mit Luft durch mischt. Der Gummistopfen mit »Elektroden« wird sehr fest aufgesetzt, die Verschlußklappe bis zur 1. oder 2. Rille festgedrückt. Das Gerät wird hinter der Schutzscheibe so in einem Stativ gehaltert, dass die Verschlußkappe seitwärts schräg nach oben gerichtet ist. Zündung mit einem »Zündfunkengeber«
Tauche einen Holzspan in Wasserglaslösung und trockne ihn dann auf einem Asbestnetz über einer Gasflamme. Prüfe dann die Brennbarkeit.Niemals erwärmt werden dürfen Gemische aus brennbaren Gasen oder Dämpfen mit Luft, da der Exposionsbereich solcher Gasgemische sehr oft sehr breit ist. Gasleitungen müssen also absolut luftdicht sein. Das »Rückschlagen« einer Gasflamme in die Gasleitung wird dadurch verhindert, dass man unmittelbar vor der Gasausströmöffnung eine Rückschlagsicherung einbringt.
).